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Artikel aus Connection Spezial April/Mai 2000

Der Körper als Tempel der Seele"
Biodynamische Körperarbeit - zurück zur ursprünglichen Lebensfreude

Die von der norwegischen Diplompsychologin Gerda Boyesen begründete Biodynamische Psychologie ist eine tiefenpsychologisch fundierte, körperorientierte Therapieform und basiert auf den frühen Libidotheorien Freuds sowie den Arbeiten von C. G. Jung und Wilhelm Reich.

Gerda Boyesen nannte ihre Therapieform "biodynamisch" als Hinweis auf das Prinzip einer natürlichen, spontan fließenden Bewegung der "Lebensenergie". Sie meint damit eine Kraft, die uns bewegt, beseelt und lebendig macht. Der wesentlichste Beitrag der Biodynamischen Psychologie ist dabei die Entdeckung, dass emotionaler und seelischer Stress durch die Darmperistaltik verdaut wird. Mit Hilfe der Biodynamischen Körperpsychotherapie sollen psychische und körperliche Blockaden allmählich gelockert und die natürlichen Selbstregulations- und Selbstheilungskräfte in uns wieder aktiviert werden, sodass nach und nach die ursprüngliche Lebensfreude zurückkehren kann.

Das Spektrum der Biodynamischen Arbeit reicht von präventiver Arbeit mit Entspannung gegen Stresssymptomen über eine Behandlung, die mehr Bewusstheit und Lebensfreude erreichen will, bis hin zu tiefer Psychotherapie bei schwierigen Konflikten, neurotischen Störungen und psychosomatischen Krankheitsbildern. Die Methode eignet sich sowohl für Erwachsene als auch für Kinder und Jugendliche.

Entwicklungsdefizite aus früheren Phasen, in denen das Kind noch nicht spricht, sollen durch den Zugang über den Körper leichter erreicht und dem Bewußstsein und damit einer möglichen Heilung zugänglich gemacht werden. Die Biodynamische Psychotherapie bietet verschiedene tiefenpsychologisch fundierte Methoden auf körperlicher, emotionaler und mentaler Ebene. Ihr Ziel ist es, den Selbstheilungsprozess zu fördern und damit neurotischen und psychosomatischen Symtomen die Grundlage zu entziehen. Das ursprüngliche Gefühl soll hiermit wieder erreicht werden und die damit zusammenhängenden Konflikte aus der Kindheit. Außerdem wird eine verbesserte Körperwahrnehmung angestrebt und eine differenziertere Gefühlswahrnehmung, womit auch die Lebenshaltung leichter veränderbar wird.

Die therapeutische Haltung ist grundsätzlich einladend, akzeptierend und ermutigend. Die aufmerksame und bewusste Präsenz des Therapeuten soll den Nährboden bilden, auf dem der Klient auf allen Ebenen er selbst sein kann. In einer solchen Atmosphäre von Sicherheit und Geborgenheit kann die natürliche Selbstregulation allmählich wieder funktionieren. Emotional belastende Ereignisse werden nach und nach verarbeitet und die damit verbundenen neurotischen Konflikte gelöst, begleitet von einem Gefühl der Entspannung, Lebendigkeit und Harmonie. Innerhalb des therapeutischen Rahmens werden auch die nötigen strukturierenden und haltgebenden Aspekte, die im Verlauf des Therapieprozesses für den Alltag des Klienten wichtig sind, einbezogen.

Neben der direkten Körperarbeit und intentionalen Berührungen wird viel Raum für tiefenpsychologische Gespräche und emotionales Durcharbeiten gegeben. Bilderarbeit, Körper(spür)übungen, Atemtechniken, therapeutische Massagen und verbale Methoden finden Verwendung. Sowohl körperlich als auch psychologisch wird 

mit dem gearbeitet, was für den Klienten gerade wesentlich ist. Auf therapeutische Ansprüche, wie der Klient sein sollte oder wohin er sich zu entwickeln habe wird soweit wie möglich verzichtet.

connection in Zusammenarbeit mit Mona Lisa Boyesen